Vorbereitende Workshops und Exkursionen: März, April und Mai in Wien und Niederösterreich, max. 7 Tage Aufenthalt in Kärnten im Mai. Abschließende Werkschau: Juni in Wien.
Das Künstlerische Projekt M ist im Sommersemester 2026 als zeitgenössisches Bildhauereisymposium angelegt und findet in Kooperation mit dem [kunstwerk] Krastal im Marmorsteinbruch der Firma Lauster in Kärnten statt. Im Zentrum steht die kollektive Arbeit mit einem Material, das nach Kooperation verlangt. Bildhauerei wird hier als soziale Praxis verstanden, in der sich Kooperation und kollektive Verantwortung in die Formfindung einschreiben.
Aus dieser Logik heraus entsteht eine kollektive Küchenskulptur aus Marmor: eine funktionale Infrastruktur mit künstlerischem Anspruch, eine soziale Plastik, die nicht repräsentiert, sondern benutzt wird. Kochen und Essen sind kein atmosphärisches Beiwerk, sondern integraler Bestandteil der Lehrveranstaltung. Die Küche ist Bühne und Werkzeug zugleich – für Aushandlungen, Konflikte, kollektive Entscheidungen und das Nachdenken über die eigene Rolle innerhalb dieses Systems.
Diese Küche ist politisch, weil sie nichts voraussetzt. Zwischen Marmor und Mahlzeit wird ausgehandelt, wie Gemeinschaft funktioniert – jenseits von Effizienz, Sichtbarkeit und Selbstinszenierung. In der Tradition der Bildhauereisymposien und mit Bezug auf FOOD, dem von Gordon Matta-Clark initiierten Restaurant als kollektivem Arbeits- und Begegnungsraum, wird gemeinsames Essen als räumliche Praxis verstanden – situativ, verletzlich, immer wieder neu gedacht.
Die Lehrveranstaltung versteht sich als analoger Erfahrungsraum. Digitale Distributionslogiken und permanente Sichtbarkeit treten in den Hintergrund – stattdessen: Zweifel, Reibung, produktive Unsicherheit. Ziel ist kein autonomes Einzelwerk, sondern eine funktionierende soziale Skulptur aus Krastaler Marmor, die am Ende des Semesters im Hof 1 des TU-Hauptgebäudes aktiviert und einer Öffentlichkeit präsentiert wird.