Leistungsfähige Materialien und Berechnungsprogramme regen komplexe Geometrien für viele architektonische Aufgabenstellungen an, die Architektur akzeptiert keine geometrischen Einschränkungen mehr. Diese Entwurfsansätze entstehen meist in virtuellen Computermodellen, zur Beurteilung ihrer räumlichen und gestalterischen Qualität müssen die Entwürfe jedoch in materielle Modelle umgesetzt werden. Dieser Prozess ist mit tradierten Modellbautechniken sehr aufwendig. Im v2r_lab wird geforscht, wie aktuelle Technologien aus der Industrie dem Gestalter für die Umsetzung von komplex geformten Körpern zur Verfügung gestellt werden können.
Im rahmen einer forschungsgeleiteten Lehre werden darüber hinaus File to Factory Prozesse abgebildet, die Studierenden werden damit auf einen Bereich mit zunehmender Bedeutung in ihrer Berufspraxis vorbereitet.
Das v2r_lab wendet sich auch nach außen, mit Künstlern, Designern und Architekten werden innerhalb von Drittmittelprojekten Fertigungswege gesucht bzw. entwickelt, um anspruchsvolle Projekte umzusetzen. Eine interdisziplinäre Arbeitsweise, die auf Ressourcen aus der ganzen Universität zurückgreift, ist dabei selbstverständlich.
Karlsplatz 13
Panigltrakt, Stiege 7, EG
A–1040 Wien
elisabeth.kofler@tuwien.ac.at
+43 1 58801 264 28
CNC-Fräsroboter 6+1-achsig
CNC-Metallfräse 5-achsig
CNC-Styrocutter
Forschungsprojekte
In Zusammenarbeit zwischen dem Künstler TOMAK und der TU-Wien entstehen im Rahmen des Forschungsschwerpunktes "Integration digitaler und physischer Designmethoden" mehrere überlebensgroße Büsten mit computergesteuerten Fertigungsverfahren.
Die fertig gefräste Büste ist das Ergebnis eines mehrstufigen Prozesses, bei dem vielfältige digitale und physische Bearbeitungstechniken und Werkzeuge zum Einsatz kommen. Die feinen Details und Ungleichmäßigkeiten eines menschlichen Kopfes werden dabei mit hoher Genauigkeit erfasst und wiedergegeben. Im nächsten Schritt folgt schließlich die händische Bearbeitung durch den Künstler.
Komplexe Geometrien aus abwickelbaren Flächen
Im Rahmen des Forschungsprojektes ARC zum Thema "Architectural Freeform Structures from Single Curved Panels" wurde in den Werkstätten der Abteilung ein Demonstrationsmodell eines Schiffsbugs hergestellt. In einem von der TU Wien, evolute und RFR-Ingenieurs entwickelten Verfahren wurde die ursprünglich räumlich gekrümmte Freiformfläche der Schiffshülle in abwickelbare Teilflächen übersetzt, was die Herstellung aus Paneelen erlaubt, die in nur einer Richtung aus ebenen Platten gebogen werden.
Im Modell wurden dafür lasergeschnittene Elemente aus 0.1 und 0.2 mm dicken Edelstahlblechen verarbeitet, die sowohl die Hülle als auch die innere Rippenstruktur des Rumpfes bilden. Die steife Verbindung der Modellbauteile wird dabei durch mehr als 3000 von Hand gesetzte Schweisspunkte gewährleistet.
Bei der Realisierung des Modells kamen Verfahren und Werkzeuge zum Einsatz, die an der Abteilung speziell dafür entwickelt und gebaut wurden.