verdrehen

Jeder Entwurfsprozess ist eine Kette von Transformationen und Übersetzungen: Eine Idee wird zur Skizze, ein Raumprogramm zum Plan, ein Plan zum gebauten Raum. Diese Transformationen formen, verschieben und verdrehen das Ursprüngliche zu etwas Neuem. In der Vorlesungsübung Dreidimensionales Gestalten untersuchen wir im Winter 2025 diese translatorischen Gestaltungsprozesse. Wir machen sie bewusst, experimentieren mit ihnen und lernen sie als gestalterisches Werkzeug zu verstehen – gerade in einer Zeit, in der algorithmische Tools und generative KIs die Art, wie wir entwerfen, stark beeinflussen und verändern. Dieses Semester erforschen wir diese Prozesse anhand eines zentralen Themas: die Analyse einer Bewegung und ihre Darstellung als dreidimensionales Objekt im Raum. Wie Schatten an einer Wand, die uns erste Hinweise auf räumliche Formen geben, nutzen wir die Zeichnung als Notation für Gestaltung – als Brücke vom Zweidimensionalen zur räumlichen Form. Die Methodik basiert auf einem zyklischen Transformationsprozess zwischen verschiedenen vorgegebenen Medien, wobei jede Übung in sich abgeschlossen ist, gleichzeitig aber den Ausgangspunkt für den darauffolgenden darstellt. Durch abstrakte, experimentelle Erforschung der eigenen Bewegung mit unserem Körper und dem räumlichen urbanen Kontext soll diese Vorlesungsübung das Bewusstsein für die Bedeutung des menschlichen Körpers innerhalb unserer Gestaltungsprozesse schärfen. Durch diese Erkundung gestalten die Studierenden dreidimensionale Formen, die sich mit grundlegenden Gestaltungsaspekten wie Gleichgewicht, Orientierung, Ästhetik, Raumwahrnehmung und Materialität auseinandersetzen. Der Zyklus schließt sich am Ende des Semesters, wenn wir zum ersten Schritt zurückkehren, und damit sowohl inhaltlich als auch formal zusammenführen. Die wöchentliche Vorlesung bildet das theoretische Fundament für die praktischen Experimente.

Diese Wechselbeziehung zwischen Praxis und Theorie ist wesentlich für den Erkenntnisgewinn und einen tieferen Einblick in die jeweiligen Übungsthemen. Besonderer Fokus liegt dabei auf der intelligenten Verbindung von analogen und digitalen Techniken – Die Studierenden lernen, Künstliche Intelligenz bewusst zu nutzen und sinnvoll mit handwerklichen Methoden zu verbinden. Die Methode trainiert zentrale Zukunftskompetenzen: die Fähigkeit zur bewussten Mediennavigation, nicht nur, aber auch innerhalb der Architektur für Planungsprozesse, Teamkoordination und den kritischen Umgang mit generativen Werkzeugen.

In dieser Vorlesungsübung betrachten wir künstlerische Praxis als Grundlage für die Produktion von Wissen. Die Beschäftigung mit und die Reflexion über spezifische Methoden und Produktionsprozesse in der Anwendung einzelner kreativer Projekte ist hier ein wesentlicher Bestandteil (Form+Bedeutung). Die Lehrveranstaltung besteht aus fünf praktischen Übungen, die das Semesterthema reflektieren.

 

Closed Arrow Icon Lehrende

Kern Christian

Thaler Lukas

Titze Gregor

Neulinger Jakob

Mahler Ruben

Pöll Anna Theresa

Scholz Sebastian

Pichlbauer Johanna

Georgieva Monika

Fröhlich Nora

Lyutakov Lazar

Bruckner Christoph

Schillinger Klemens

Gamser Bianca

Reichel Marie

Haugeneder Julia