R3M1X 3CH0 L00P — Solo und it’s completely kollectiv but auch still solo.
Systematische Medientranslation als Lehrmethode
Architektonisches Entwerfen ist Übersetzungsarbeit – von der Idee zur Skizze, vom Raumprogramm zum Plan, vom Plan zum Gebäude. In Zeiten algorithmischer Planungstools und KI-generierter Inhalte wird die Reflexion und bewusste Steuerung von Transformationsprozessen zur zentralen Kompetenz. Das experimentelle Seminar R3M1X 3CH0 L00P [ˈriːmɪks ˈɛkoʊ luːp] macht diese Übersetzungsmechanismen zum expliziten Lehrgegenstand.
Die Methodik basiert auf zyklischer Weitergabe zwischen den Studierendenteams. Jeder Schritt eines Zyklus resultiert in einer künstlerischen Arbeit pro Team in verschiedenen vorgegebenen Medien: ein gefundenes Objekt (1) wird an Kommilitonen weitergereicht, welche dieses mittels 3D-Scan (2) in ein anderes Medium übersetzen. Dieser Prozess wiederholt sich in weiteren fünf Schritten: es folgen Zeichnung (3), Sound (4), Fotografie (5), Performance (6) und Skulptur (7). Bei jedem Schritt wird die eigene Arbeit an ein anderes, wechselndes Team gegeben. Jede Übersetzung und jeder Medienwechsel zwingt zur Interpretation des Vorherigen und zur Entwicklung neuer Ausdrucksformen.
Der Kurs kombiniert bewusst analytisch-digitale mit performativ-analogen Ansätzen. Begleitende Literatur zu Übersetzungstheorie und Autor*innenschaft bildet das theoretische Fundament für die praktischen Experimente. Die Methode trainiert zentrale Zukunftskompetenzen: intuitives Arbeiten mit fremden Medien, empathische Entscheidungsfindung und kollaborative Autor*innenschaft.
In Zukunft wird die Fähigkeit zur bewussten Mediennavigation essentiell, nicht nur, aber auch innerhalb der Architektur. R3M1X 3CH0 L00P macht Übersetzung zur übertragbaren Methode – für Planungsprozesse, Teamkoordination und den kritischen Umgang mit generativen Werkzeugen.