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Haptic Panels: the silent language of surfaces

In den letzten Jahrzehnten wurde die Architektur zunehmend von visueller Ästhetik dominiert, oft auf Kosten anderer Sinnesmodalitäten. Modernistische und minimalistische Ideologien, gepaart mit industrialisierten Bautechniken und Vorfertigung, haben zur Schaffung von gebauten Umgebungen geführt, die zwar effizient und reproduzierbar sind, sich aber oft emotional steril und sensorisch distanziert anfühlen.

Diese Arbeit ist eine kritische und kreative Antwort auf diesen Zustand. Inspiriert von Juhani Pallasmaas Essay „Hapticity and Time“, der den Okularzentrismus der zeitgenössischen Architektur kritisiert und eine Resensualisierung der gebauten Umwelt fordert, zielt das Projekt darauf ab, die Bedeutung des Tastsinns und der verkörperten Erfahrung in der architektonischen Wahrnehmung wiederherzustellen.

Um diese Dimension zu erforschen, habe ich eine Reihe experimenteller Oberflächenstudien entwickelt, die als haptische Paneele bezeichnet werden und natürliche Texturen wie trockene Erde, Laub, Gras und andere als Ausgangsmaterial verwenden. Fotos dieser Texturen wurden digital bearbeitet und manuell in Latexplatten umgewandelt, die die beabsichtigten und ausgewählten feinkörnigen taktilen Details der natürlichen Welt bewahren und gleichzeitig ein reichhaltiges taktiles Erlebnis bieten. Die Paneele sind in zwei Kategorien unterteilt, Bodenpaneele und Wandpaneele.

Zusätzlich zu seinen konzeptionellen Zielen eröffnet das Projekt neue Anwendungsmöglichkeiten im multisensorischen, inklusiven und pädagogischen Design. Die haptischen Paneele können als Erkundungswerkzeuge in der Vor-Braille-Ausbildung für blinde und sehbehinderte Kinder dienen.

Die Abschlussarbeit mündet in der Konstruktion eines interaktiven Modells, das sowohl haptische Boden- als auch Wandpaneele umfasst. Personen sind eingeladen, auf diesen Oberflächen zu gehen und sie zu berühren.