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die Straße als Denkmal

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Straße – genauer: die rund 240 Kilometer lange Route des Todesmarsches, auf der im Frühjahr 1945 tausende ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter*innen von Graz nach Mauthausen unter extremen Bedingungen getrieben und ermordet wurden. Diese heute weitgehend unmarkierte Strecke bildet die Grundlage für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Formen des Erinnerns im öffentlichen Raum.Im Zentrum steht die Frage, wie sich der Denkmalbegriff heute denken lässt – als historisch gewachsene, sich wandelnde Ausdrucksform kollektiver Erinnerung. Untersucht wird, ob und in welcher Weise die Straße selbst als Denkmal verstanden werden kann. Praktische Annäherung an diese Fragestellung ist eine performative Intervention, eine Form des Reenactments: Mit einem Fahrzeug wird entlang der historischen Route eine durchgehende Wasserlinie gezogen. Diese temporäre Spur markiert die Straße als Ort der Erinnerung – der im Alltag von Verkehr, Geschwindigkeit und Funktionalität bestimmt ist. Die filmische Dokumentation der Aktion bildet eine eigenständige künstlerische Ebene der Arbeit - im Spannungsverhältnis von Sichtbarkeit, Vergänglichkeit und Dauer.

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