Das KÜP mit dem Titel „Walks“ ist in einem Erasmus+ Blended Intensive Programme eingebettet, welches sich mit dem künstlerischen und sozialen Potential des gemeinsamen Gehens als eine Form der bewussten Raumaneignung und situierten Forschung beschäftigt. Ausgehend von der jüngsten Praxis friedlicher Protestmärsche serbischer Studierender untersucht das Programm, wie langsame, aufmerksame Reisen dazu beitragen können, einen Ort neu zu definieren, indem sie unsichtbare kulturelle Spuren, vergessene Narrative und alternative Kartografien offenlegen.
Die Lehrveranstaltung gliedert sich in zwei Phasen:
1. (12.3.–13.3. + 16.3.–17.3.2026) Eine erste, virtuelle Phase dient der theoretischen Einbettung und der gemeinsamen Entwicklung von Forschungsrahmen in Online-Seminaren und einem experimentellen „virtuellen Streifzug“ zwischen den Städten Lyon, Wien und Belgrad.
2. (20.4.–24.4.2026) Der zentrale physische Teil findet in Lyon statt und besteht aus einer Serie kollektiver Wanderungen vom Stadtzentrum bis in die Peripherie und zurück. Dabei steht die unmittelbare, körperliche Erfahrung des Raumes und die Überwindung von Barrieren wie Sprache, Ortsunkenntnis und der Schwierigkeit, diese mehrschichtige Erfahrung in Worte und Erzählungen zu fassen, im Mittelpunkt. Das Programm zielt darauf ab, eine Reflexion über die Rolle von Kunst und Künstler:innen im öffentlichen Raum anzustoßen und neue Perspektiven für das künstlerische Engagement in zeitgenössischen urbanen Kontexten jenseits offizieller oder illegaler Praktiken zu eröffnen.